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SachsenEnergie Newsroom Im Fokus Weil es nachwächst
Weil es nachwächst

In einem sächsischen Wald wurde einst die Nachhaltigkeit geboren. Frank Wustmann und Daniel Prinz von Sachsen holen die Idee in die Gegenwart.

Nachhaltigkeit im Blick

Waldbesitzer Daniel Prinz von Sachsen und Frank Wustmann, Abteilungsleiter im Bereich Corporate Development bei SachsenEnergie, über die Kunst, langfristig zu denken: Warum Geduld rentabler ist als schneller Profit, wie man Nachhaltigkeit wirklich ganzheitlich umsetzt – und warum Dresden seinen Abfall selbst verbrennen sollte.

Herr von Sachsen, darf man als Waldbesitzer ungeduldig sein?

Daniel Prinz von Sachsen: Nein. Sowohl meine Familiengeschichte als auch die Forstwirtschaft sorgen dafür, dass ich langfristig denke. Beide Felder decken lange Zeiträume ab. Meine Familiengeschichte etwa  lässt sich mehr als 1.000 Jahre zurückverfolgen. Dadurch sieht man sich automatisch als kleines Element in einer langen Tradition. Und gleichzeitig beruhigt das in Bezug auf die Gegenwart. 

Ungeduld kennen Sie also nicht?

Von Sachsen: Wenn, dann taucht sie auf, wenn ich an die Übergabe meines Betriebs an die nächste Generation denke. Jahresergebnisse bringen mich nicht aus der Ruhe, mein Blick reicht viel weiter in die Zukunft. Da kann auch mal eine Entscheidung dabei sein, die nicht so perfekt war. Wichtig ist, dass der eingeschlagene Weg im Grundsatz richtig ist. Für Betriebsziele lege ich Umtriebszeiten fest, die Zeiträume bis zur Ernte der Bäume. Früher waren Eichen mit 160 Jahren angegeben, jetzt sind es 120 Jahre. Wenn ich diese Bäume pflanze, sind sie erst drei bis fünf Generationen später erntereif.

Herr Wustmann, Sie kümmern sich bei SachsenEnergie strategisch um Energiewirtschaft und Nachhaltigkeit. Ist eine Dekade bei ihrer Arbeit eher kurz oder lang?

Frank Wustmann: Bei Investitionen planen wir mit einem langfristigen Horizont. Wenn wir Netze ausbauen oder neue Kraftwerke, Wärmepumpen und Speicher errichten, rechnet sich das erst nach 10, 15 oder gar 25 Jahren betriebswirtschaftlich. Kurzfristig, also Jahr für Jahr, müssen wir natürlich unser operatives Geschäft als Infrastrukturdienstleister gut organisieren und die Interessen unserer Gesellschafter bedienen, zu denen neben Dresden auch Sachsen und weitere ostsächsische Kommunen im Umland gehören. Sie rechnen alle in ihrer Haushaltsplanung mit unseren Ausschüttungen. Wir sorgen dafür, dass große Schwankungen möglichst ausbleiben.

SachsenEnergie wurde 2021 gegründet, sie sind aber viel länger dabei.

Wustmann: Ja, ich habe meinen ersten Arbeitsvertrag 1991 mit der ESAG, der Energieversorgung Sachsen-Ost AG, abgeschlossen. Mein Weg führte mich dann zur DREWAG und im Rahmen der stärkeren Kooperation und des Zusammenwachsens zur SachsenEnergie. Angefangen habe ich im Bereich Fernwärme, seit 1999 bin ich in der Unternehmensentwicklung tätig, in der es um die strategische Ausrichtung geht.

Wann kam das Thema Nachhaltigkeit auf?

Wustmann: Sie war immer schon wichtig und ist in langfristig angelegten Geschäftsmodellen unerlässlich. Orientierung gibt das Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung, das Klima und Umwelt, aber ebenso Ökonomie und soziale Nachhaltigkeit berücksichtigt. Diese drei Dimensionen werden die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsberichterstattung sein, zu der große Unternehmen auf Grundlage einer EU-Richtlinie zukünftig verpflichtet sind.

In der öffentlichen Diskussion um Nachhaltigkeit dominieren Umwelt und Klima.

Wustmann: Energieversorgung muss umweltverträglich sein, aber eben auch bezahlbar und sicher. Diese Ziele sind als energiepolitisches Zieldreieck im Energiewirtschaftsgesetz als gleichrangig angelegt. Wir dürfen nicht ein einzelnes Ziel bevorzugen und so Ungleichgewichte schaffen.

Auch das deutsche Waldgesetz fordert Ausgewogenheit.

Wustmann: Hier haben wir Parallelen zur Forstwirtschaft. Umweltschutz und Erholungsfunktion des Waldes können nicht einfach zu alleinigen Schwerpunkten erklärt werden, sondern es müssen auch wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Eine weitere Parallele ist, dass wir bei SachsenEnergie – ähnlich wie Herr von Sachsen mit dem Forstbetrieb – diversifizieren, um weniger risikoanfällig zu sein. Wir betreiben Kraftwerke, Fernwärme-, Gas- und Stromnetze, sind in der Trinkwasserversorgung aktiv und bauen Glasfasernetze aus. Das jüngste Geschäftsfeld ist der Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem Windkraft und Photovoltaik.

Wie diversifizieren Sie, Herr von Sachsen?

Von Sachsen: Will man maximalen Ertrag, setzt man auf eine Baumart, eine Altersklasse, da sind alle Bäume gleich hoch, gleich stark, so wie man es von monotonen Kiefernwäldern her kennt. Ich setze aber inzwischen stärker auf Stabilität, was auf Kosten der Rentabilität geht. 

Sie fahren die Rentabilität bewusst runter?

Von Sachsen: Ja, dadurch sind wir als Betrieb nicht mehr so anfällig. Wir setzen auf unterschiedliche Baumarten. Aber es geht nicht nur um Holz. Auch Jagd und Energieproduktion sind wichtig. Wir haben einen Bestattungswald erschlossen und dort seit 2016 etwa 4.000 Beisetzungen vollzogen und machen weiter, bis 40 Hektar entwickelt sind. Das ist nochmal eine Perspektive der Nachhaltigkeit. Diese Bäume werden nicht angerührt, sie sollen den Menschen als Baum zugutekommen, und dann als Wald verbleiben.

„Mit RING30 vermeiden wir definitiv Emissionen“

Frank Wustmann, Abteilungsleiter im Bereich Corporate Development bei SachsenEnergie

Längere Wachstumsperioden durch den Klimawandel

Nach der Wiedervereinigung konnte Ihre Familie Teile des Moritzburger Waldgebiets zurück erwerben. Da waren die Weichen schon auf Kiefernwald gestellt.

Von Sachsen: Die DDR-Forstbetriebe waren in einer Zwangslage. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Holz als Reparationsentschädigung in die Sowjetunion transportiert. Es gab einen Kahlschlag. Die Förster standen vor der Aufgabe, aus diesen Flächen schnell wieder Wald zu machen, da kam nur die Kiefer in Frage. Das ist eine anspruchslose Baumart mit gradschäftigen Stämmen, die sich leicht ziehen und pflegen lassen.

Diese Monokultur birgt Risiken.

Von Sachsen: Ja, da wurde alles auf eine Karte gesetzt. Wenn die Karte sticht, ist das ein ertragreicher Wald. Wenn aber ein Sturmereignis wie der Orkan Kyrill darüber hinwegfegt und Kiefern flächig einfach umwirft oder die Borkenkäfer kommen, dann ist Ende Gelände. Dann wird eine Neuaufforstung notwendig, welche wiederum den Wald in Altersklasse und Baumartenverteilung weiter diversifiziert. Jedes Schadereignis bietet auch Chancen, Korrekturen vorzunehmen.

Bei Holz sind wir gleich bei Dekarbonisierung.

Wustmann: Es geht immer um Möglichkeiten, was realistisch in welchen Zeiträumen umsetzbar ist. Und es geht auch darum, die Folgewirkung und deren Tragfähigkeit für die Gesellschaft einzuschätzen. Es wäre zu einseitig, nur mit dem Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch zu hantieren. Das spiegelt allein nicht die Herausforderungen der Energiewende wider. Wir müssen stärker die komplexen Zusammenhänge und Abhängigkeiten bei der Umsetzung der Energiewende beachten, um sie in Deutschland kosteneffizienter als bisher voranzutreiben.

Brauchen wir mehr Pragmatismus?

Von Sachsen: Ein Entsorger hat uns gerade informiert, dass für Altholzabfälle die CO2-Abgabe erhöht wurde. Dabei ist Holz klimaneutral, also CO2-neutral. Die Erhöhung ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich verstehe auch nicht, warum Brennholz schlechter zu bewerten ist als ein Tisch oder ein Haus aus Holz. Es  spielt keine Rolle, ob das Karbon jetzt für ein Jahr, 10 Jahre oder 100 Jahre gebunden wurde. 

Wustmann: Es kann sein, dass die öffentliche Diskussion zuletzt zu einseitig war. Derzeit befinden wir uns in einem Prozess, in dem wir den Blick wieder weiten. Dazu gehört, dass Energie bezahlbar bleiben muss. Wir haben in Deutschland einen der höchsten Industriestrompreise weltweit. Bezahlbare Energie zahlt auf den Industriestandort Deutschland ein. Die Energiewende gesamtheitlich zu betrachten, ist für mich nachhaltiges Denken. Messen lassen müssen wir uns daran, dass Energieversorgung umweltfreundlich, sicher und bezahlbar organisiert wird.

Dazu gehört auch, über Recycling und Entsorgung zu sprechen.

Wustmann: Grundsätzlich ist es richtig, der stofflichen Nutzung von Wertstoffen den Vorrang vor der energetischen Nutzung zu geben. Es gibt aber ökologische, technische und wirtschaftliche Grenzen, ab denen ein stoffliches Recycling nicht mehr sinnvoll umsetzbar ist. Die dann noch verbleibenden Mengenströme bzw. die Reststoffe aus dem Recycling können aber energetisch genutzt werden und vermeiden so den Einsatz von fossilen Energieträgern. Wir sprechen hier von geschlossenen Stoff- und Energiekreisläufen.

Sie meinen die Abfallverbrennung, das Projekt RING30 in Dresden?

Wustmann: Bis 2030 soll die thermische Abfallbehandlungsanlage RING30 gebaut und in Betrieb genommen werden. In Dresden fallen viele tausend Tonnen Restabfälle an, die bisher durchschnittlich 150 Kilometer weit aus Dresden weggefahren werden und so zusätzliches CO2 auf der Autobahn verursachen. Die Anlagen, die dort die Müllverbrennung übernehmen, erzeugen oft nur Strom und blasen entstehende Wärme aufgrund fehlender Abnahmemöglichkeiten meist ungenutzt in die Luft. So ergibt sich ein äußerst schlechter energetischer Wirkungsgrad.

Was wird sich durch RING30 ändern?

Wustmann: Stofflich nicht mehr sinnvoll nutzbare Abfälle werden in einem gewissen Maße immer anfallen. Indem wir in Dresden die Verantwortung für unseren Müll selbst übernehmen, können wir den Energieinhalt des Abfalls vor Ort nutzbar machen. Wir verfügen über eines der größten Fernwärmesysteme in Deutschland mit 660 Kilometern Trassenlänge und über 1.000 Megawatt Anschlussleistung. Die bei der Verbrennung entstehende unvermeidbare Abwärme können wir dort vollständig über das ganze Jahr einspeisen.

RING30 leistet dadurch nicht nur einen Beitrag zur Entsorgungs-, sondern auch zur Versorgungssicherheit. Heute basiert die Wärmeerzeugung noch zu über 95 Prozent auf fossilem Erdgas. Mit der Abwärme aus RING30 können dann ca. 16 Prozent des Fernwärmebedarfs in Dresden dekarbonisiert werden – ein Schritt, dem noch viele weitere Projekte folgen werden. 

Dafür verschlechtert sich die CO2-Bilanz von Dresden, oder?

Wustmann: Die TA Siedlungsabfall, eine Verwaltungsvorschrift zum Abfallgesetz, untersagt in Deutschland die Deponierung thermisch nicht behandelter Abfälle. Die Müllverbrennung ist in Deutschland also vorgeschrieben. CO2-Emissionen entstehen dabei – egal ob die thermische Behandlung in Dresden oder weit außerhalb erfolgt. Nur: Außerhalb von Dresden verursachen wir zusätzliche Emissionen durch den Ferntransport auf der Autobahn. Nutzen wir in Dresden die entstehende Abwärme von RING30 im Fernwärmesystem, benötigen wir für deren Erzeugung kein fossiles Erdgas mehr und vermeiden in der Gesamtbilanz definitiv CO2-Emissionen.

Es gibt also, wenn wir ganzheitlich bilanzieren, keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der CO2-Bilanz, die sonst benötigten Erdgasmengen bleiben in der Erde. Im Übrigen beinhaltet der Dresdner Müll bereits heute zu 60 Prozent Kohlenstoffanteile aus biogenen Quellen, die einem nichtfossilen natürlichen Kreislauf entstammen. Dieser Anteil wird mit der Dekarbonisierung unserer gesamten Wirtschaft weiter zunehmen.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist aus Sachsen heraus geprägt worden. Aus der Holzwirtschaft. Hans Carl von Carlowitz hat 1713 sein Hauptwerk Sylvicultura Oeconomica veröffentlicht.

Von Sachsen: Im Studium habe ich mich damit beschäftigt. Es geht um das Grundprinzip: Wie viel darf man rausnehmen, wie viel wächst nach? Aus dieser Erkenntnis entsteht Nachhaltigkeit mit einem Puffer, den man obendrauf für unvorhersehbare Ereignisse einplanen muss. Davor wurde eher wilde Forstwirtschaft betrieben.

Heute arbeiten Sie mit Daten?

Von Sachsen: Erst wenn der Wald inventarisiert ist, lässt sich erkennen, ob wir auf dem richtigen Weg sind oder eben auch nicht. Wir haben in der Forsteinrichtung Zuwächse in der Berechnung. Die beruhen auf Ertragstafeln, die in den 1950er und 1960er Jahren angelegt wurden. Wir haben jetzt festgestellt, dass die längere Vegetationsperiode, die eine Folge des Klimawandels ist, bei ausreichend Niederschlag zu mehr Zuwächsen führt. Wir haben heute längere Wachstumsperioden als noch vor 50 Jahren. 

Wustmann: Hinter dem Nachhaltigkeitsbegriff steckt, historisch betrachtet, einen sinnvollen Prozess langfristig stabil aufrechterhalten zu können. Also keinen Raubbau zu betreiben, der kurzfristig orientiert ist, sondern die Dinge im langfristigen Blick zu haben. Dieser Gedanke lässt sich auf andere Felder, in denen heute der Nachhaltigkeitsbegriff verwendet wird, übertragen. Auf soziale Aspekte und auch auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen. 

Von Sachsen: Das halten wir im Kleinen auch so. Unser Konzept sieht vor, dass unsere Kinder auf dem Betrieb aufwachsen. So können sie einmal in den Beruf hineinwachsen, wenn sie möchten. Meine Arbeit ist für sie greifbar, kein abstrakter Bürojob. Dieses Hineinwachsen ist gerade in der Forstwirtschaft maßgeblich, damit Nachhaltigkeit funktionieren kann. Denn was bringt mir mein Lebenswerk, wenn es nicht fortgeführt wird?

„Der Wald ist erst seit 2002 wieder im Besitz meiner Familie“

Daniel Prinz von Sachsen, Inhaber der Wettinischen Forstverwaltung

Von Los Angeles nach Dresden

Dabei sind Sie selbst nicht hineingewachsen, sondern hineinkatapultiert worden.

Von Sachsen: Der Wald ist seit 2002 wieder in Familienbesitz. Bis 1945 gehörten uns der Gesamtwald in Moritzburg mit 5.000 Hektar und andere Wälder, der größte davon in Schlesien mit 21.000 Hektar. Nach der Flucht meiner Familie kam es zur Enteignung während der DDR-Zeit. 2002 konnten wir den Wald über die Treuhand zurückerwerben. Dann kam die Frage auf, wer zieht nach Moritzburg und bewirtschaftet ihn? Ich studierte damals in Los Angeles, habe aber nicht lange darüber nachgedacht, bin direkt nach Dresden geflogen und hiergeblieben. 

Hatten Sie Wissen zur Forstwirtschaft?

Von Sachsen: Nein. Ich war 27 Jahre alt und habe erst dann ein Studium an der Forstlichen Hochschule Tharandt, einem Zweig der TU Dresden, absolviert. Das war die Voraussetzung, um anschließend den Betrieb leiten zu können.

Was war die größte Hürde?

Von Sachsen: Ich hatte keine Ahnung von Wald. Als Kind war ich viel im Wald unterwegs, aber ich kam davor nie auf den Gedanken, das zu meinem Beruf zu machen. Also zu meiner Passion. Ich bin einfach hiergeblieben, habe in einer Pension gelebt und angefangen.

War es eine gute Entscheidung?

Von Sachsen: Das Beste, was ich machen konnte. Letztendlich sind wir durch den Wald alle in Sachsen gelandet, mein Vater, meine Brüder. Wir haben uns gesagt, das ist greifbar, das ist bodenständig, das hat etwas mit der Familiengeschichte zu tun.

Warum haben Sie in den letzten Jahren Entscheidungen getroffen, die Ihren Profit schmälern werden?

Von Sachsen: Es gibt dafür ähnliche Gründe, wie sie Herr Wustmann für das Projekt RING30 angeführt hat. Holz ist wie Müll ein voluminöses Produkt, das mit viel Energieeinsatz über die Autobahnen gefahren wird. Dazu die Kosten für Maut, Fahrer, Diesel und CO2. Wenn wir Holz an die Werke in Polen verkaufen, bieten sie dort zwei Euro mehr für einen Raummeter. Also fahren wir das Holz nicht 20 oder 50 Kilometer, sondern bis zu 200 Kilometer Richtung Osten. Es wird dort gesägt und geht dann nochmal 300 Kilometer Richtung Süden ins Schleif- oder Hobelwerk, von dort in ein Verteilerzentrum, und irgendwann landet es bei uns im Baumarkt.

Das wollten Sie ändern?

Von Sachsen: Wir wollen die Wege möglichst kurz halten und auch lokale Bedürfnisse befriedigen. In einem Jahr wurde das Holz knapp, weil die USA und China Unmengen gekauft haben. Den hiesigen Handwerkern und Tischlern hat das Holz für die Dachstühle gefehlt. Die Leute fragten uns: Wir haben den Wald vor der Haustür, warum bekommen wir kein Holz mehr im Handel? Da haben wir beschlossen, wieder stärker auf lokale und regionale Wertschöpfungsketten zu setzen. 

Sie verkaufen nicht mehr um jeden Preis?

Von Sachsen: Es geht um Stabilität. Wenn ich eine Beziehung zu Tischlereien aufgebaut habe, dann sollen die auch ihr Holz bekommen. Dann verkaufe ich das nicht nach China oder in die USA, weil es ein paar Euro mehr gibt. Es geht dabei auch um Versorgungssicherheit. Das war ein Ansporn, ein Sägewerk und Trockenkammern zu kaufen. Wir machen auch Produkte „on demand“, also auf Nachfrage, holen die Bäume aus dem Wald, sägen sie auf, schieben sie in die Trockenkammer und dann werden sie keine Hunderte Kilometer transportiert, sondern fünf oder sechs.

Nochmal zum Bestattungswald. Wäre das auch etwas für Sie, Herr Wustmann?

Wustmann: Ich habe hier bereits einer Beisetzung beigewohnt und finde den Gedanken durchaus charmant, eines Tages in einem Bestattungswald sein Ende zu finden. 

Herr von Sachsen, haben Sie sich schon einen Baum ausgesucht?

Von Sachsen: Ich hoffe, dass es noch viel Zeit ist bis dahin, aber ja, ich habe mir einen schönen Platz ausgesucht und dort einen Baum gepflanzt. Es ist eine Linde.

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