Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf E-Autos. Im ersten Halbjahr 2026 machten rein elektrisch betriebene Fahrzeuge 30 Prozent der Neuzulassungen von Firmenfahrzeugen aus – erstmals mehr als jede andere Antriebsart. Laut der Initiative Klimaneutrales Deutschland gUG (IKND) tragen zur Beliebtheit neben dem wachsenden Modellangebot auch die Reichweitenoptimierung und die bessere Ladeinfrastruktur bei.
Was die Investoren motiviert und wo sie Hemmnisse für die E-Mobilität sehen, hat die Dataforce Verlagsgesellschaft für Business Informationen mbH im Auftrag der IKND analysiert. Dazu wurden 255 Fuhrparkverantwortliche befragt, von denen 171 bereits Elektrofahrzeuge im Bestand haben. Wesentliche Kernaussagen sind:
- Zwei von drei Großunternehmen (mit 50 oder mehr Fahrzeugen) halten es für wahrscheinlich, dass ihre Flotte 2035 nahezu emissionsfrei ist.
- Förderung und Regulierung sind starke Treiber des E-Auto-Trends; ohne diese Anreize würden 54 % der Unternehmen ihre Flotte langsamer oder überhaupt nicht elektrifizieren.
- Wirtschaftlichkeit ist den Entscheidern sehr wichtig; 59 % der Fuhrparkbetreiber sehen diesbezüglich Vorteile beim Elektroauto.
- Die Anschaffungs- und Betriebskosten sind die Top-Kriterien für die Fahrzeugentscheidung, CO2-Vorgaben und Nachhaltigkeitsziele eher nachrangig.
Die Anschaffungs- und Betriebskosten sind die Top-Kriterien für die Fahrzeugentscheidung, CO2-Vorgaben und Nachhaltigkeitsziele eher nachrangig.
Die Plug-in-Hybride (PHEV) gehen laut der Studie häufig mit höheren Kraftstoffkosten einher, da sie bei geringer Nutzung des Elektroantriebs im Verbrenner-Modus betrieben werden. Für PHEV rechnen die Studienautoren mit einer Stagnation, perspektivisch mit einem Rückgang.
Befragt nach den Hürden bei der Einführung von Elektrofahrzeugen nennen diejenigen, die noch keine E-Autos im Fuhrpark haben, die Reichweite bzw. Routenanpassung, die Kostenfaktoren sowie die Ladezeiten im Betriebsalltag. Viele wünschen sich eine bessere Ladeinfrastruktur, vor allem mehr Schnellladestationen.
Die Studie „Reinventing Corporate Mobility“ von PwC Deutschland und der Universität St. Gallen zeigt, wie sich integrierte Mobilitätskonzepte erreichen lassen. Einzelmaßnahmen wie E-Bike-Leasing, Firmenfahrzeug oder ein Zuschuss zum Deutschlandticket eröffnen nicht das ganze Potenzial, heißt es. Umfassende, digital gestützte Lösungen seien die Ausnahme. Oft mangele es an Wissen, was im eigenen Umfeld funktioniert.
Die Studie soll Hilfestellung geben: Auf Basis von 35 Interviews mit Mobilitätsverantwortlichen, Beratern und Dienstleistern in Deutschland und der Schweiz hat das Forscherteam ein praxisnahes Rahmenwerk abgeleitet, in dem Firmen ihre aktuelle Situation einordnen und geeignete Lösungen aussuchen können. Die Studie lässt sich nach Eingabe der Kontaktdaten auf der PwC-Website anfordern.
„Ein gut gestaltetes Mobilitätskonzept schafft auf mehreren Ebenen Mehrwert – von Nachhaltigkeit und Compliance bis hin zu Mitarbeiterzufriedenheit und operativer Effizienz. Unternehmen sollten deshalb nicht isoliert über Einzelmaßnahmen nachdenken, sondern über integrierte Mobilitätskonzepte“, so Steffen Leffler, Partner und Head of Mobility Consulting bei PwC Deutschland.
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