Der Ausbau der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden stellt neue Anforderungen an die Infrastruktur der Stadt. Mit steigenden Produktionskapazitäten wächst auch der Bedarf an einer leistungsfähigen und zuverlässigen Wasserversorgung. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Industriewasserbedarf in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird.
Um diese Entwicklung nachhaltig zu begleiten und gleichzeitig die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung zu schützen, baut SachsenEnergie ein eigenständiges System für Industriewasser auf. Neben dem Flusswasserwerk ist das neue Transportnetz ein zentraler Bestandteil dieser Infrastruktur.
Das Leitungsnetz verbindet künftig die Wassergewinnung mit den Industriestandorten im Norden Dresdens. Insgesamt entsteht ein rund 22 Kilometer langes Netz, ergänzt durch Speicher, Pumpwerke und weitere technische Anlagen (Karte mit Leitungsverlauf).
Mit diesem Ausbau wird sichergestellt, dass große Wassermengen gezielt, zuverlässig und unabhängig vom Trinkwassersystem transportiert werden können. Gleichzeitig schafft das Projekt die Voraussetzung dafür, die Industrie- und Trinkwasserversorgung bis zum Jahr 2030 vollständig voneinander zu trennen.
Der Wasserbedarf der Industrie im Dresdner Norden steigt in den kommenden Jahren deutlich an. Haupttreiber ist der Ausbau der Halbleiterindustrie im Cluster „Silicon Saxony“. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Bedarf an Industriewasser in den nächsten 10 bis 20 Jahren verdoppeln bis verdreifachen wird.
Gleichzeitig soll die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung langfristig gesichert bleiben. Um eine stabile und zuverlässige Versorgung für beide Bereiche zu gewährleisten, werden Industrie- und Trinkwasserversorgung konsequent voneinander getrennt.
Das Transportnetz ist notwendig, um Industriewasser zuverlässig vom Flusswasserwerk zu den Unternehmen im Dresdner Norden zu transportieren. Es ist ein zentraler Bestandteil des neuen, eigenständigen Systems zur Industriewasserversorgung.
Das Transportnetz besteht aus mehreren Leitungsabschnitten und hat eine Gesamtlänge von rund 22 Kilometern.
Die Leitungen verlaufen vollständig unterirdisch. In Wohngebieten werden sie in der Regel im Bereich bestehender Straßen verlegt.
So kann das Netz mit möglichst geringem Eingriff in die Natur und die bestehenden Strukturen errichtet werden. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden die Flächen wiederhergestellt.
Die Bauarbeiten erfolgen abschnittsweise. Dabei kann es in den betroffenen Bereichen zeitweise zu Einschränkungen kommen, zum Beispiel durch Umleitungen oder eine eingeschränkte Nutzbarkeit einzelner Wege.
Auch vorübergehende Belastungen wie Baulärm oder zusätzlicher Verkehr lassen sich nicht vollständig vermeiden. Ziel ist es jedoch, diese so gering wie möglich zu halten und zeitlich zu begrenzen. In Abstimmung mit den zuständigen Behörden bleiben Querungen an vielen Stellen weiterhin möglich.
Der Bau des Transportnetzes erfolgt in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Fachstellen. Umwelt- und Naturschutzaspekte werden dabei frühzeitig geprüft und in die Planung einbezogen.
Alle Maßnahmen werden vor der Umsetzung genehmigt und entsprechend begleitet. Ziel ist es, Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten und die notwendigen Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen.
Trinkwasser unterliegt sehr strengen hygienischen Anforderungen, da es für den menschlichen Verzehr bestimmt ist.
Industriewasser wird hingegen gezielt für technische Anwendungen aufbereitet und an die jeweiligen Anforderungen angepasst. Die Qualitätsmaßstäbe unterscheiden sich daher je nach Einsatzbereich.
Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung liegen bei über 300 Millionen Euro. Einen großen Teil übernimmt SachsenEnergie, während sich die Landeshauptstadt Dresden und der Freistaat Sachsen gemeinsam mit 150 Millionen Euro beteiligen.
Kosten, die der Industriewasserversorgung zuzuordnen sind, werden nicht auf Haushaltskunden umgelegt. Die Finanzierung erfolgt verursachergerecht und getrennt vom Trinkwassersystem.
Querspange
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Ein Teil der Heideleitung verläuft durch dem Prießnitzgrund. Ein besonders herausfordernder Abschnitt. Was daran so besonders ist, erklärt uns Michel Brunsch – Projektleiter bei SachsenEnergie – im Video.
| Länge | Baubeginn | Bauende | |
|---|---|---|---|
| Rechte Spange | ca. 8,8 km | Mai 2026 | März 2030 |
| Linke Spange | ca. 8,3 km | Mitte 2027 | März 2030 |
| Querspange | ca. 5,2 km | Februar 2025 | September 2026 |
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