Anlässlich der Veröffentlichung der vierten Ausgabe vom „Fortschrittsmonitor Energiewende“ findet der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) klare Worte: In einer geopolitisch unsicheren Lage ist die Energiewende längst mehr als ein Klimaschutzprojekt: Sie ist Voraussetzung für Energiesouveränität, Resilienz und die Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Der Fortschrittsmonitor Energiewende, den der BDEW jährlich in Zusammenarbeit mit EY erstellt, zeigt: Die Energiewende schreitet voran, aber damit die klimapolitischen Ziele erreicht werden, müssen noch zahlreiche Hürden abgebaut werden.
„Die Energiewende ist ein Standort- und Sicherheitsprojekt. Sie senkt langfristig Kosten und reduziert Importabhängigkeiten.“
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „Die Energiewende ist ein Standort- und Sicherheitsprojekt. Sie senkt langfristig Kosten und reduziert Importabhängigkeiten. Dafür braucht es zwingend politische Verlässlichkeit und mehr Umsetzungsgeschwindigkeit. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen weiter vereinfacht, Erneuerbare Energien und Speicher weiter zugebaut, Netze schneller ausgebaut, steuerbare Kraftwerkskapazitäten verlässlich angereizt und der Wasserstoffhochlauf pragmatisch ermöglicht werden. So kann im Sinne des energiewirtschaftlichen Dreiecks Versorgungssicherheit, Klimaziele und Wirtschaftlichkeit erreicht werden. Nötig ist ein wirtschaftlicher Regulierungsrahmen für Milliardeninvestitionen in Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze der Unternehmen.“
Energie- und volkswirtschaftliche Betrachtung
Die Entwicklung des Energiesystems ist auf dem Weg zu einer effizienteren, kostengünstigeren und resilienteren Energiezukunft. Damit einher geht der Wandel von einem Opex- zu einem Capex-basierten Energiesystem, das sich durch zunächst hohe Investitions-, dann aber niedrigere Betriebskosten auszeichnet. Dies muss bei der Förderung berücksichtigt werden. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch: Gegenüber 2024 gingen die Treibhausgasemissionen 2025 nur noch um 0,1 % zurück; um das Klimaschutzziel 2030 zu erreichen, wären ab 2026 jährliche Rückgänge von über 7 % erforderlich.
Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung: Mit knapp 18 GW Photovoltaik-Zubau wurde 2025 ein Rekord erreicht. Der Windenergieausbau gewinnt an Dynamik, bleibt aber hinter den Zielwerten zurück. Batteriespeicher gewinnen weiter an Bedeutung. Insgesamt ist eine weitere Stärkung des Ausbaus von Windenergie, Flexibilitäten und Netze erforderlich, um die energiepolitischen Ziele zu erreichen.
Erneuerbare und kohlenstoffarme Gase
Wie auch Biomethan und Biogas bleibt Wasserstoff ein unverzichtbarer Baustein für Industrie, Energiewirtschaft und nicht direkt elektrifizierbare Anwendungen. Der Markthochlauf ist jedoch weiter zu langsam.
Energienetze
Im Bereich Stromnetze stiegen die Investitionsplanungen der Übertragungsnetzbetreiber 2025 auf 22,2 Mrd. Euro, die der Verteilnetzbetreiber auf 11 Mrd. Euro. Bis 2030 wird ein starker Zuwachs neuer Netznutzer erwartet – etwa Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Ladepunkte. Parallel hat die Transformation der Gasnetze begonnen: Für das Wasserstoff-Kernnetz wurden die ersten ca. 525 Kilometer umgestellt oder neu errichtet. Für die Transformation notwendig sind beschleunigte Genehmigungen, Digitalisierung, Smart-Meter-Rollout, wettbewerbsfähige Kapitalbedingungen und eine integrierte Planung von Strom-, Gas-, Wasserstoff- und Wärmenetzen.
Wärmewende
2025 stammten rund 229 TWh des Wärme- und Kältebedarfs aus erneuerbaren Energien und Abwärme; der Anteil lag bei rund 20,7 Prozent und damit weiterhin deutlich unter der Zielmarke von 32 Prozent klimaneutraler Wärme bis 2030. Wärmepumpen wurden 2025 erstmals häufiger verkauft als Gaskessel. Die kommunale Wärmeplanung kommt voran, bereits 56 Prozent der Städte über 100.000 Einwohner haben ihre Wärmeplanung abgeschlossen.
Verkehrswende
2025 lagen die Emissionen bei 146 Mio. t CO₂-Äquivalenten, deutlich über dem Zielwert von 73 Mio. t bis 2030. Positiv entwickelt sich die Ladeinfrastruktur.
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