Mit rund 21,4 Mrd. Euro im Jahr 2025 überstiegen die Erlöse aus dem Emissionshandel die des Vorjahres um ca. 2,9 Mrd. Euro, wie die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (UBA) berichtet. Die gesamten Erlöse fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). „Der Emissionshandel hat sich zum zentralen sektorübergreifenden Klimaschutzinstrument entwickelt. In Kombination mit weiteren wirkungsvollen Maßnahmen setzt die CO2-Bepreisung entscheidende Impulse für den klimaschonenden Umbau unserer Gesellschaft“, so der UBA-Präsident Dirk Messner in der Pressemeldung des Amtes vom 7. Januar 2025. Einnahmen aus dem Emissionshandel flössen unter anderem in die Dekarbonisierung der Industrie, die energetische Gebäudesanierung, den Ausbau der erneuerbaren Energie und Elektromobilität. „Auf diese Weise schafft der Emissionshandel den notwendigen Dreiklang aus ambitioniertem Klimaschutz, Sozialverträglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit“, stellt Messner fest.
Gesamteinnahmen 2025 über dem Vorjahresniveau
Im Europäischen Emissionshandel (EU-ETS 1) für Treibhausgasemissionen aus Energieanlagen und energieintensiven Industrieanlagen, dem innereuropäischen Luftverkehr und dem Seeverkehr wurden 2025 Auktionserlöse von rund 5,4 Mrd. Euro erzielt (Vorjahr 5,5 Mrd. Euro). Erheblich gestiegen sind hingegen die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung im nationalen Emissionshandel (nEHS): Sie betrugen statt 13 Mrd. Euro (2024) sogar 16 Mrd. Euro. Der nEHS ist ein Instrument für die Emissionen, die vom EU-ETS 1 nicht erfasst werden, bisher gültig für die Bereiche Wärme und Verkehr.
Die Zahl der versteigerten Emissionsberechtigungen (EUA) im Rahmen des EU-ETS 1 sank für Deutschland von 85 Mio. (2024) auf 73,5 Mio. (2025), der Auktionspreis lag mit annähernd 74 Euro über dem Wert von 65 Euro. Damit war der Preis auch höher als im nationalen Emissionshandel (nEHS), wo bisher Festpreise galten. Wer 2025 für das Vorjahr nationale Emissionszertifikate (nEZ) nachkaufte, zahlte 45 Euro und für die 277 Millionen nEZ, die für 2025 an der Börse verkauft wurden, betrug der Preis 55 Euro pro Stück. Die Zertifikatkäufe für 2025 machten 15,2 Mrd. Euro aus, die Nachkäufe für 2024 ca. 0,8 Mrd. Euro.
Preiskorridor für nationale Emissionszertifikate im Jahr 2026
Im Jahr 2026 werden nEZ erstmals in einem Preiskorridor versteigert. Dessen Untergrenze sind 55, die Obergrenze 65 Euro. Der im Jahr 2023 beschlossene Europäische Emissionshandel für Brennstoffe (EU-ETS 2) soll die nEHS größtenteils ablösen, allerdings frühestens ab 2028 anstatt ab 2027, wie ehemals geplant. Denn einige EU-Mitgliedstaaten hatten Bedenken, dass ein zu schneller Einstieg die Belastung für einkommensschwache Haushalte erhöhen könnte. Somit gelten laut der Deutschen Emissionshandelsstelle im Zeitraum 2024 bis 2027 parallel zur Berichtspflicht im EU-ETS 2 weiterhin die Berichts- und Abgabepflichten im nEHS gemäß Brennstoffemissionshandelsgesetz.
Sobald die Verschiebung des EU-ETS 2 formal in Kraft ist, möchte die Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt ihre EU-ETS-2-Website überarbeiten. Mit dieser Aktualisierung wird hoffentlich auch dargelegt, ob sich der Preis im nEHS nach 2026 frei bilden kann (soll), wie ursprünglich festgelegt, oder ob andere Preisbildungsmechanismen greifen, zum Beispiel ein Preiskorridor wie in diesem Jahr.
Aufgrund der Verschiebung verlören wir auf europäischer Ebene ein Jahr für wirksame Preissignale, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) in seiner Web-Veröffentlichung vom 13. November 2025. Auch national führe die Verschiebung zu Unsicherheiten über die künftige Ausgestaltung und damit den Rahmenbedingungen für die Transformation von Wärme und Verkehr. Warum der BDEW für den Emissionshandel im Jahr 2027 Klärungsbedarf sieht und wie der Verband die aktuelle Regelung zur Bepreisung der Zertifikate interpretiert, lesen Sie hier.
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