Strategische Gasreserve für Krisenzeiten und Extremereignisse
Laut Medienberichten (z.B. Tagesschau vom 7.7.26) plant die Bundesregierung den Aufbau einer strategischen Erdgasreserve. Einen entsprechenden Bericht der Agentur Reuters soll das Wirtschaftsministerium bestätigt haben. Eine derartige Reserve würde Deutschlands Energiesystem resilienter machen; sie könnte zum Beispiel bei plötzlichen Importausfällen Zeit für alternative Importe oder für Reparaturen verschaffen, etwa bei einer Sabotage.
Vorgesehen ist laut Reuters-Bericht eine Reserve von rund 24 Terawattstunden, was fast einem Zehntel der deutschen Gasspeicherkapazität entspräche. Die Befüllung soll im Jahr 2027 starten und sich über zwei oder drei Jahre erstrecken, damit der Aufbau der Gasreserve die Marktpreise möglichst wenig beeinflusst. Über die Freisetzung von Reserven würde die Bundesnetzagentur entscheiden. Die Finanzierung für den Aufbau der Reserve bzw. den Gaseinkauf – laut Reuters ca. 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro – geschähe über eine Umlage auf die Gasverbraucherinnen und -verbraucher.
Reserve soll Notfallsituationen vorbehalten sein
In seinem Positionspapier zur strategischen Gasreserve hatte der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. bereits auf die Notwendigkeit einer neuen Regelung hingewiesen, denn die derzeit geltenden Regelungen zu Gasspeicherfüllstandsvorgaben auf nationaler und europäischer Ebene laufen 2027 aus. Die Reserve sei sinnvoll, weil die Marktkräfte an ihre Grenzen kämen, wenn sich unerwartete Risiken materialisieren und externe Schocks auftreten. Wichtig ist dem BDEW, dass eine strategische Reserve ausschließlich zur Sicherung der physischen Versorgung bei Notfallsituationen eingesetzt werden sollte, nicht zur Dämpfung von Preisspitzen.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW): „Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die Bundesregierung noch vor der Sommerpause ihre Pläne zur Einrichtung einer strategischen Gasreserve konkretisiert hat. Sie sichert Handlungsfähigkeit und macht Deutschland damit ein Stück resilienter. Damit kommt die Bundesregierung einer zentralen Forderung der Energiewirtschaft nach. Eine solche Reserve ist ein wichtiges Instrument, das allerdings nur eingesetzt werden darf, um die Gasversorgung in akuten Krisenfällen und bei unvorhersehbaren Extremereignissen abzusichern. Sie ist nicht zum Ausgleich von Preisschwankungen zu nutzen. Dass die Bundesregierung erneut hervorgehoben hat, dass die Gasreserve losgelöst von der regulären Winterversorgung ist, ist daher sehr erfreulich.“
Was die Kosten der strategischen Gasreserve angeht, hatte sich der BDEW im Positionspapier allerdings für die Finanzierung aus dem Staatshaushalt ausgesprochen, da das Sichern der Versorgung in Krisen-/Notfallsituationen Staatsaufgabe ist und der gesamten Volkswirtschaft zugutekommt. Bezüglich des Aufbaus rät der Verband zu einem zweistufigen Modell: Erstens sollte die strategische Reserve regional breit verortet, zweitens die Mengen innerhalb der Region wettbewerblich durch Ausschreibung vergeben werden.
Strom & Erdgas
Kundenservice
0800 6686868 (kostenfrei)
Montag - Freitag: 07:00 - 19:00 Uhr
Telefonisch bestellen
0800 5075700 (kostenfrei)
Montag - Freitag: 08:00 - 20:00 Uhr
Internet & Telefonie
0800 5075500 (kostenfrei)
Montag - Freitag: 07:00 - 19:00 Uhr
Erdgas: 0351 50178880
Strom: 0351 50178881
Internet & Telefonie: 0800 5075500
Fernwärme: 0351 50178884
Wasser : 0351 50178883